Windsuche

Die Aufgabenstellung heute Morgen hätte interessant sein können, aber letztlich erwies sie sich als zuviel des Guten: Fly In, 2 Aufgaben auf insgesamt 3 HWZ und eine Fuchsjagd ab einem der HWZ-Ziele, Startplatz individuell wie gewohnt. Nach der ersten Messung der schnell ausfliessenden Winde kommen wir zum Schluss, dass wir uns beim Aufstellen nicht beeilen müssen, damit wir nicht zu früh beim Fuchs sind. Wir entscheiden uns für einen Startplatz etwas südöstlich des ersten Ziels, von dem aus alle unsere Ballone schön aufs Kreuz fahren.

Noch 300m vor dem Ziel flattern die Fahnen munter im Wind, 200m danach herrscht bereits Flaute. Die Bewegung Richtung Fly In hat eher Schnecken-Charakter. Und so gestaltet sich der Verlauf des Morgens als eine frustrierende Übung, bei der wohl bei jedem der Ziele ein paar Teams hereinkommen, insgesamt aber die meisten die Zielkreuze nur aus grosser bis sehr grosser Distanz sehen. Die Resultate haben deshalb vermutlich eher Lotteriecharakter haben. Für uns dürfte es jedenfalls schwierig sein, den Rückfall auf die Plätze 15 und 23 von gestern Abend kompensieren zu können.

Startplatzsuche

Mit der Ausbeute der Morgenfahrt sind wir zufrieden: beim Landrun hat ein 1000er für Nicole/Sam und der 3. Rang für Gian-Marco/Corinne herausgeschaut. Trotz einem miesen Fly On liegen wir in der Zwischenwertung nach den ersten 4 Aufgaben auf den Rängen 8 und 15.

Am Abend warten 2 Tasks auf uns: ein Fly In auf das Haup-Startfeld und ein Hesitation Waltz. Wir kurven in der Gegend herum und suchen eines der wenigen abgemähten Felder, bei denen die Windrichtung stimmen würde. Das erweist sich als eine ziemliche Sisyphus-Aufgabe. Immer wenn es einigermassen vernünftig aussieht, dreht der Wind wieder in die andere Richtung. Am Schluss geht uns langsam die Zeit aus und wir entscheiden uns, unsere Ballone auf zwei kleinen Strässchen aufzustellen. Dann kommt es, wie es kommen muss: die Winde drehen jetzt in die andere Richtung und wir fahren ausserhalb der MMA über das erste Ziel. Beim zweiten Ziel passt alles, bis 200m vor dem Kreuz der Wind abstellt und halt auch hier die MMA in unangenehme Ferne rückt. So wird wohl aus diesem Abend wenig Zählbares herausschauen. Wir haken es ab, morgen kommt eine neue Chance.

Los geht’s

Wir haben zum Start Wetterglück: im Mittelland liegt noch dichter Nebel, rund um Willisau ist aber alles offen. Bei Temperaturen um 5°C sind wir froh, dass wir mindestens beim Aufstellen etwas Bewegung bekommen. Wir finden einen vernünftigen Startplatz, der von den Windrichtungen her gut passt, auch wenn die Distanz zum Fly In-Ziel etwas weit genug ist. Bei den schwachen Winden ist es deshalb ein ziemliches Geduldspiel, bis unsere Ballone beim Ziel ankommen. Aber dort kommen sie hin: Nicole/Sam: 12cm, Gian-Marco/Corinne: 4.05m. Beim anschließenden Hesitation Waltz erzielen Nicole/Sam 6.64m, auf das (schlechtere) Resultat von Gian-Marco/Corinne warten wir noch. Beim darauffolgenden Landrun haben wir dank einer Windsondenmessung gute Informationen zur Verfügung, dafür steigen aber der Reihe nach ein Logger, ein Flytec und ein PC aus. Mal sehen, was daraus geworden ist. Und schliesslich gibt es noch ein Fly On, bei dem uns wegen dem langwierigen Kampf um den Wind in der ersten Aufgabe etwas die Zeit fehlt.

Schweizer Meisterschaften 2019 in Willisau

Noch funktioniert das Wetter nach dem Motto „wenn’s obe schifft und unde seicht“ und ausserdem ist es saukault. Die Prognosen stimmen uns aber zuversichtlich, ab morgen Donnerstag wird es aber nur noch besser und auf das Wochenende hin soll es sogar sommerlich warm und sonnig werden.

Morgen früh geht es los mit den Schweizer Meisterschaften in Willisau, 29 Teams aus 10 Ländern nehmen teil. Wir freuen uns, dass wir nach einem ballonmässig eher mittelmässigen Winter wieder mal richtig in die Luft kommen.

Alle Informationen zur Meisterschaft sind auf der offiziellen Homepage zu finden: Homepage SMHL 2019

Zum Jahresabschluss zweimal über die Berge

Perfekte Winde aus Nordost und Ost gaben uns am 27. und 29. Dezember die Gelegenheit, das Jahr 2018 mit 2 Super-Fahrten über die St. Galler- und Bündner Berge abzuschliessen.

Am 27.12. sind wir in Vilters gestartet. Nach einer Fahrt von fast 3 Stunden Richtung  Südwesten über Pizol, Ringelspitz und Flims sind wir am frühen Nachmittag sanft in Sagogn gelandet.

Am Rande des dichten Hochnebels, der den Grossteil der Alpennordseite bedeckte, sind wir zwei Tage später in Gonten, AR gestartet. Die Fahrt führte uns mit bis zu 70km/h über Alpstein, Toggenburg, Alvier, Pizol und den Kunkelspass ins Domleschg, wo wir nach etwa 2 1/2 Stunden mit ca. 20 km/h ziemlich sportlich wieder auf den Boden zurückkehrten.

Wir wünschen allen einen guten Start ins nächste Jahr. Immer guet Land!

Ballonwoche Flims 2018: ein neuer Ballon

Highlight der 45. Ballonwoche war eindeutig die Jungfernfahrt mit unserer neuen Flimser Hülle. Ein schöner, dunkelblauer Ballon mit dem traditionellen Flimser Logo in weiss inklusive der berühmten springenden Frau.

Sonst war es eine eher durchzogene Woche. Wir fuhren am ersten Wochenende dreimal, dann war Regenpause bis und mit Mittwoch. Am Donnerstag und Freitag konnten wir nochmals drei schöne Fahrten durchführen, danach war wegen Föhn-Einfluss, Regen und Wolken bereits wieder Schluss. Die Windstärken waren meist extrem schwach, sodass uns die weiteste Fahrt nur gerade bis ins Lugnez brachte. Spass hatten wir (wie jedes Jahr) trotzdem.

Rückblick WM Österreich

Gestern Abend wurde die 23. Heissluftballon-Weltmeisterschaft mit der Siegerehrung im lärmigen und staubigen Festzelt auf dem Startgelände abgeschlossen. Die Schweizer Nationalmannschaft hat wieder ein Spitzenergebnis erzielt, indem sie auf den Rängen 2, 4 und 8 drei Teams in den Top Ten platzieren konnte. Dies ist umso bemerkenswerter, als die Leistungsdichte tendenziell nochmals höher als vor 2 Jahren in Japan war. Stefan Zeberli hat mit einem leichten “Durchhänger” am letzten Wettkampftag nur ganz wenig zum angestrebten Weltmeistertitel gefehlt.

Für unsere beiden Teams sind die erzielten Ränge zufriedenstellend, diese verleiten aber auch nicht zu Euphorie. Natürlich hatten wir unsere Ziele höher gesteckt, in der Beurteilung müssen wir aber realistisch bleiben. Für ein besseres Ranking hätten wir eine grössere Konstanz und auch etwas mehr Wettkampfglück gebraucht. Wir hatten sowohl Super-Leistungen als auch Aussetzer. Körperlich war die Woche in Österreich höchst anspruchsvoll, der enorme Staub, die Hitze und  auch der Schlafmangel haben uns gefordert.

Was bleibt sind tolle Erinnerungen an einen spannenden Wettkampf in einem idealen Ballongebiet und einer begeisterten, extrem hilfsbereiten Bevölkerung.

Auch letzte Fahrt gestrichen

Der Scheibenwischer ist auf der Fahrt zum Morgenbriefing im Dauerbetrieb, sodass man sich fragt, warum uns der Wettkampfleiter überhaupt kommen lässt. Vermutlich will er auf diesem Weg sicherstellen, dass mindestens ein paar Teilnehmer beim Event-Debriefing dabei sind.

Die WM ist damit also vorbei. Die Schlussrangliste ist zwar noch nicht ganz „final“, aber in den wesentlichen Positionen des Rankings wird sich nichts mehr ändern:

1. Dominic Bareford (GBR): 24’137 Punkte
2. Stefan Zeberli (SUI): 23’246
3. Sergey Latypov (RUS): 23’017

4. Roman Hugi (SUI): 22’301
8. David Hochreutener (SUI): 21’674
20. Marc Blaser (SUI): 19’430
61. Nicole Vogel (SUI): 15’772
63. René Erni (SUI): 15’476
80. Gian-Marco Nacht (SUI): 13’937

 

Abendfahrt abgesagt

Nachdem es am Nachmittag kräftig geschüttet hat ist das Gewitterrisiko auch für den Abend noch viel zu gross. Die Fahrt wird bereits am Briefing abgesagt. Wir geniessen mit den Teams Zeberli und Hugi ein gemütliches Nachtessen im Hotel und kommen dann für einmal früh ins Bett. Wir hoffen auf eine letzte Fahrt morgen früh, auch wenn die Prognose nicht ermutigend ist.

Schwarze Flagge

Die Fahrt heute Morgen wird auf dem Startgelände abgesagt. Ein verständlicher Entscheid in Anbetracht des Gewitter-, Schauer- und Böenrisikos. Weniger verständlich ist die gestellte Einfach-Aufgabe (HWZ). Wenn man davon ausgeht, dass nur ein ultrakurzes Zeitfenster für eine Fahrt zur Verfügung steht, ist ein Start von 105 Ballonen nicht zu vertreten. Wenn man andrerseits zum Schluss kommt, dass das Wetter fahrbar ist, dann ist auch in Anbetracht der aktuellen Ranglistensituation eine Einfachaufgabe nicht sinnvoll, denn damit lässt sich auf den relevanten Positionen kaum mehr etwas verändern.