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Ballonpilot / Fotograf

Dienstag Morgen: Präzision ist gefragt

Die heute Morgen gestellten Aufgaben verlangen sowohl örtliche als auch zeitliche Präzision: ein FIN auf zwei zu unterschiedlichen Zeiten offene Ziele, danach ein CRT, ein JDG, ein HWZ mit einer Zweierauswahl und ein abschließender 3DT in Form eines Donut. Man kann sich dabei fragen, ob es aus Sicherheits- und Fairnessüberlegungen sinnvoll ist, gleich zweimal hintereinander 105 Ballone innerhalb von 15‘ auf ein Zielkreuz zu fokussieren. Jedenfalls gibt es heute früh ausserordentlich viele Behinderungen, Kollisionen und Ground Contacts.

Wir starten mitten in ein paar grossen Scheiterbeigen. Abgemähte Felder wären zwar im Überfluss vorhanden, der Start darauf darf aber nur mit einer Landowner Permission erfolgen und bei den überaus grossen Dimensionen der Landwirtschaftsgüter ist dieser unmöglich herauszufinden. Beide Teams machen einen guten Job, kommen mehr oder weniger überall in die MMA’s, aber gut reicht an dieser WM noch lange nicht für viele Punkte. Die ersten Auswertungen zeigen, dass meist etwa 20 Piloten innerhalb von 1m liegen, bei Gravity Drop wohlverstanden. Eine höchst eindrückliche Leistungsdichte.

Nach dem gestrigen Abend führt Stefan Zeberli weiterhin die Rangliste an, unsere beiden Teams haben ihre Positionen nicht wesentlich verändert.

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Abendliche Kurzarbeit

Satte Böen ziehen über den Startplatz und manch einer fragt sich, ob das gut kommt. Aber es kommt gut und kurz vor 19:00 geht unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer die grüne Flagge hoch. Wir fahren ein HWZ mit 2 Auswahl-Zielen und ein FON mit der limitierten Auswahl von 3 Bodenkreuzen. Rund 20’ nach dem Start sind unsere Ballone schon wieder am Boden, je mit einer guten und einer mittelmässigen Wertung.

Die Rangliste nach den Aufgaben von heute früh sieht wie folgt aus:

1. Stefan Zeberli (SUI): 8’511 Punkte
2. Nicolas Schwartz (FRA): 8’046
3. Nicola Scaife (AUS): 7’841

8. Roman Hugi (SUI): 7’253
13. David Hochreutener (SUI): 7’061
29. Marc Blaser (SUI): 6’267
69. Gian-Marco Nacht (SUI): 4’711
74. Nicole Vogel (SUI): 4’422
76. René Erni (SUI): 4’349

Pizzaparty vor dem Frühstück

Noch ziemlich verschlafen würgen wir im Catering-Zelt ein Brötchen von gestern hinein, getränkt durch einen dünnen Kaffee. Dann kommt das 4-Gang Menu des heutigen Morgens: MDD (Pizza), HWZ (2 Ziele), HWZ (3 Ziele), FON. Die Fahrzeugdichte auf dem kleinen Feldweg bei unserem Startplatz ist erheblich. Die Wettkampfleitung hat gestern extrem konsequent Warnings und im Wiederholungsfall Penalties für das Befahren von Feldern ohne Bewilligung des Landbesitzers verteilt. Somit getraut sich kaum jemand mehr, auch nur ein paar Meter neben den Weg zu fahren. Unsere Ballone kommen vor dem Pulk aus den Startlöchern, für die Fahrzeuge dauert es etwas länger.  Nicole/Sam haben heute eine Premiere: zum ersten Mal überhaupt schaffen sie es, beide Marker in die richtigen Pizzasegmente zu setzen! Auch Gian-Marco/Corinne erzielen ein Resultat, ob es dann für unsere beiden Teams auch zu einer guten Punktzahl reicht, muss sich in Anbetracht der Markerhaufen auf dem Kreuz erst noch weisen. Littering auf offenem Feld!

 

 

 

 

Auf dem anschliessenden HWZ kommen beide in die MMA, das zweite HWZ geht aber dann wie für alle Ballone der ersten Welle in die Hosen. Das abschliessende FON gelingt Gian-Marco/Corinne mit rund 20m gut, Nicole/Sam erreichen mit ca. 80m eine noch schwierig einzuschätzende Wertung. Dafür sind sie anschliessend schnell am Boden und wir sind als erste beim Gastanken, was auch nicht zu unterschätzen ist. Gestern haben die letzten Teams mehr als 3 Stunden bis zum Auftanken warten müssen!

Die Resultate nach den gestrigen Fahrten sind jetzt offiziell und im ENB ersichtlich:

1. Stefan Zeberli (SUI): 5’746 Punkte
2. Rokas Kostiuskevicius (LTU): 5’615
3. Sergej Latypov (RUS): 5’162

5. Marc Blaser (SUI): 4’889
10. David Hochreutener (SUI): 4’517
15. Roman Hugi (SUI): 4’266
51. Gian-Marco Nacht (SUI): 3’372
56. René Erni (SUI): 3’151
76. Nicole Vogel (SUI): 2’636

Viel Verkehr am Sonntag Abend

Die Fahrt vom Sonntag Abend besteht aus einer einzigen Aufgabe: ein HWZ mit 5 Zielen zur Auswahl und einem wechselnden viertelstündigen Zeitfenster zum Markern in die MMA resp. ausschliesslich auf das Zielkreuz. Die Winde sind abendlich: schwach und wechselhaft, beeinflusst durch eine konvektive Bewölkung. Die Zeitberechnung vor dem Start erweist sich bald als Makulatur, denn kurz nach dem Start schwächen die Winde weiter ab. Gian-Marco und Corinne schaffen es gerade noch ein paar Sekunden vor Ende des Zeitfenster in die MMA, Nicole und Sam turnen eine gute halbe Stunde in nächster Nähe des Ziels herum und schaffen es schliesslich doch nicht. Stefan Zeberli gelingt das Kunststück: er markert in der restriktiven Zeitperiode mitten auf das Kreuz. Erwähnenswert ist ausserdem das Verkehrschaos rund um das von allen Piloten gewählte Ziel. Mehr oder weniger eine Stunde lang geht dort gar nichts, die Fahrzeuge stehen Blech an Blech. Wir haben eine gute Entscheidung getroffen und parken unser Auto in sicherer Distanz ausserhalb des Durcheinanders.

Sonntag Morgen: Auftakt mit 5 Tasks

DIe Meisterschaft beginnt mit 5 Aufgaben: Start ab individuellem Startort auf ein FIN, 2 HWZ (mit einer Auswahl von 5 Zielen, von denen je Aufgabe eines angefahren werden muss), ein PDG (mindestens 30’ vorher zu deklarieren) und ein LRN von max. 30’. Wir starten früh, was grundsätzlich positiv ist. Die Winde werden im Laufe des Morgens immer schwächer und so werden die Zielanfahrten mehr und mehr zum Geduldspiel. Längeres Korrigieren kostet wertvolle Zeit und zuletzt geht uns trotz frühem Start doch noch fast die Zeit (und das Gas) aus.

Wir meistern die ersten Ziele anständig, aber im Vergleich zur hochkarätigen Konkurrenz eben doch bescheiden:

T1 – FIN: 14.66m GM/C (410 Pte.), 65.85m N/S (133 Pte.)

T2 – HWZ: 8.65m N/S (486 PTE.), 25.10 GM/C (190 Pte.)

T3 – HWZ: 25.56m für Nicole/Sam (675 Pte.), Gian-Marco/Corinne ausserhalb MMA

Das PDG und der LRN sind so kurz nach der Fahrt natürlich noch nicht ausgewertet. Alle Resultate können jederzeit auf dem Electronic Notice Board nachgeschaut werden.

Let the games begin

Am Mittwoch Abend sind wir aus Polen und der Schweiz im österreichischen Waldviertel eingetroffen. In der Zwischenzeit haben wir im Rahmen der Schweizer Nationalmannschaft drei Trainingsfahrten mit anschliessenden Vergnügungshüpfern absolviert. Auch wenn die Winde heute früh verrückt gespielt haben, sind wir der Meinung, dass wir gut für die WM vorbereitet sind.

Das General Briefing von heute Samstag ist vorüber und gegen Abend findet auf dem Launch Field die Eröffnungszeremonie statt. Red Bull zeigt eine beeindruckende Flugshow mit Veteranenfliegern, einem Akro-Helikopter und 2 Segelflugzeugen. Die unumgänglichen Politikerreden dauern wie üblich viel zu lang, einzig der Bürgermeister von Gross-Siegharts bringt mit seiner munteren Grussadresse etwas Farbe in den Reigen. Insgesamt ist es ein gelungener Start in den Wettkampf und wir freuen uns alle darauf, dass es morgen losgeht mit einer höchstwahrscheinlich kräftezehrenden Wettkampfwoche. Hopp Schwiiz!

Fazit Frauen-WM Polen

Gestern Abend ist die 3. Frauen-WM mit einer stimmungsvollen, würdigen Schlussfeier zu Ende gegangen. In Anbetracht des Wochenverlaufs sind wir mit dem erreichten 9. Platz und dem 3. FAI-Diplom in Folge zufrieden. Wir hatten zwar insgeheim höhere Ambitionen, nach der verkorksten ersten Morgenfahrt und der Streichung von 5 Fahrten hintereinander ist die Steigerung vom 26. auf den 9. Rang jedoch eine respektable Leistung. Wir haben vieles gut gemacht, aber natürlich sehen wir auch noch Verbesserungspotenzial. Wir müssen unsere individuellen Startplätze noch sorgfältiger auswählen und ausserdem die Startzeit taktisch besser abwägen. Die Zusammenarbeit mit Elisabeth Kindermann und ihrem Team hat sich auch dieses Jahr für beide Teams wieder gelohnt, es wäre ungleich schwieriger, einen derartigen Wettkampf auf sich allein gestellt zu bestreiten.

Die Organisatoren haben eine hervorragende Meisterschaft auf die Beine gestellt, der Meteorologe Brad war super (und für das Wetter selbst ist er ja nicht verantwortlich) und der Championship Director Eugenius hat ausgewogene Aufgaben gestellt. Die Landschaft ist zwar praktisch total flach aber trotzdem abwechslungsreich. Schöne Wälder mit ebenso vielen Rehen wie Pilzsuchern, idyllische Seen, ein paar windungsreiche Bachgräben und endlose Felder mit vielen Start- und Landemöglichkeiten wechseln sich ab. Auch die riesigen Himbeerfelder haben uns ausgesprochen gut gefallen.

Wir sind jetzt unterwegs nach Österreich an die Weltmeisterschaften und freuen uns auf ein paar lockere Tage in Krakau und Brünn, bevor wir ab Donnerstag wieder mit den Trainingsfahrten in der neuen Teamkonstellation beginnen.

Letzter Morgen: Nebel

Das alte Lied in neuer Form: Naleczow liegt an diesem Samstag Morgen zwischen zwei Regenzonen, für die Zeit einer möglichen Fahrt wäre es also trocken. Da sich aber mit der im Laufe der Nacht entstandenen Bodeninversion auch Nebel gebildet hat, ist auch heute früh nicht an eine Fahrt zu denken. In einem zweiten Briefing um 06:00 wird deshalb auch die fünfte Fahrt in Folge gestrichen.