Archiv der Kategorie: Wettkampf

Rückblick der Piloten auf die EM 2017

Die Europameisterschaft 2017 ist Geschichte und wir sind wieder gut nach Hause zurückgekehrt. Letzten Sonntag hat die Ballonsportgruppe Mostindien mit Unterstützung vieler Helfer, dem Schweizerischen Ballonverband und dem Aeroclub Ostschweiz zum Apéro in Stefans Stall geladen. Die Nationalmannschaft wurde von einer Schar Fans, der Thurgauer Apfelkönigin, Brennerflammen und Modellballonen empfangen. Wir wurden mit Blumen und Äpfeln beschenkt, und die Gemeindepräsidenten von Gossau und Turbenthal haben ihre Medaillenträger geehrt. Noch einmal herzliche Gratulation an die beiden und ein riesiges Dankeschön an die Organisatoren, Helfer und Unterstützer die das Fest ermöglicht haben!

Zum Abschluss dieser Blogserie möchten wir nochmals auf diese spannende Woche zurückblicken.

Als aller erstes möchten wir dabei unserer Spitzencrew danken! Die Arbeit der Bodenteams und die Stimmung im Team war super. Es ist nicht selbstverständlich, dass jeder seine Ferien und Freizeit opfert, um sich mit wenig Schlaf und vielen Stunden im Auto für das Team einzusetzen. Ursula ist dieses Jahr mitgekommen, um für unsere Verpflegung zu sorgen und hat uns somit köstliche Mahlzeiten und trotz Wettkampfstress gemütliche Stunden in unserem Chateau ermöglicht. Roland, Andrea, Jürg, Walti, Bruno und René haben sich in 3 Bodenteams darum gekümmert, dass wir stets die wichtigen Angaben über die Bodenwinde bekommen haben. Wir können euch für euren Einsatz nicht genug danken! Das MM-Team ist einfach top!

Auch wenn wir uns immer wieder über mit organisatorischen Schwächen der Veranstaltung herumschlagen mussten, hat die Zeit in Brissac viel Spass gemacht. Das Tasksetting war spannend und abwechslungsreich und das Wetter hat perfekt mitgespielt und uns kompetitive Fahrten beschert. Die Bevölkerung um Brissac haben wir als sehr freundlich und hilfsbereit erlebt. Viele haben sich über unsere bunten Ballone am Himmel gefreut und uns verfolgt, um sowohl Start als auch Landung mitzuerleben. Die Landwirte waren sehr tolerant. Der französische Charme wird uns sicherlich lange in Erinnerung bleiben!

Die Zusammenarbeit in der Schweizer Nationalmannschaft war dieses Jahr besser als je zuvor. Die Befürchtungen, dass wir mit 7 Ballonen träge und unflexibel in der Startplatzwahl sein werden, haben sich dank dem Effort aller nicht bestätigt. Wir haben uns mit den Bodenteams und taktischen Besprechungen in der Luft und am Boden gegenseitig ausgeholfen. Weiter hat natürlich auch die Unterstützung der beiden Coaches Lolo und Werner viel zum Erfolg beigetragen. Die Windsonden mussten nach der Landung mühsam gesucht werden, z.T. mitten im Sonnenblumenfeld. Für diese Zusammenarbeit möchten wir uns ganz herzlich bei allen Beteiligten bedanken!

Wir haben während dieser Woche in Brissac wieder viel dazu gelernt. Es gab anspruchsvolle Situationen, flatternde Nerven, aber vor allem viel Freude. Der 17. Schlussrang von Nicole und Samuel übertrifft die Erwartungen an diese Meisterschaft. All die oben genannten Faktoren haben zu diesem schönen Ergebnis beitragen. Wir sind sehr zufrieden und freuen uns natürlich bereits wieder auf den nächsten Wettkampf.

Die Korb-Teams

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Gold und Bronze für die Schweiz!

Gemäss der ersten offiziellen Rangliste hat sich die heutige Morgenfahrt zuvorderst im Klassement extrem erfreulich ausgewirkt. Wir hoffen, dass sich dies nicht noch durch Proteste ändert. Mit zwei Super-Resultaten hat sich Roman Hugi vom 5. auf den 3. Platz vorgekämpft. Stefan Zeberli hat souverän seinen Titel verteidigt und ist nun bereits zum 4. Mal Europameister geworden. Herzliche Gratulation!

Mit dem Abschneiden unserer beiden Teams sind wir ebenfalls sehr zufrieden. Rang 17 für Nicole und Sam ist sehr viel besser, als wir uns erhoffen durften und auch der 45. Platz von Gian-Marco und Corinne ist eine super Leistung. Sie sind wirklich eine tolle Meisterschaft gefahren.

Die starke Schweizer Nationalmannschaft hat die inoffizielle Nationenwertung klar für sich entschieden:
1. Stefan Zeberli: 19’648 Punkte
3. Roman Hugi: 17’227
8. Marc Blaser: 16’428
10. David Hochreutener: 15’960
17. Nicole Vogel: 14’572
45. Gian-Marco Nacht: 12’428
46. René Erni: 12’180

Alle Resultate auf dem offiziellen Noticeboard

Windroulette zum Abschluss

Die beiden letzten Aufgaben heute Morgen sind erwartungsgemäss so gesetzt, dass sie einfach und schnell auszuwerten sind: 2 HWZ hintereinander. Was dann herauskommt ist eine mühsame Sucherei nach Winden auf die gesetzten Ziele. Chancen hat man nur, wenn man bei den allerersten Ballonen ist, die das Startfeld verlassen. Das gelingt Stefan und Roman gut, für die anderen Schweizer ist diese letzte Fahrt ein einziger Frust. Ausser für die ersten 10-15 Ballone im Feld werden sich die Ablagen im Kilometer-Bereich bewegen. Wir sind gespannt, wie sich das auf das Schlussklassement auswirken wird.

Fuchsjagd vor tausenden von Zuschauern

Die Begeisterung der Bevölkerung der Umgebung ist gewaltig. Im Schlosspark von Brissac haben sich Tausende von Zuschauern mit Decken und Campingstühlen eingefunden, um den Start der Ballone zu verfolgen. Auch auf den Strassen in der Umgebung ist oftmals das Durchkommen schwierig, rundherum ein Stau nach dem anderen. Heute Abend ist ein einziger Task gesetzt: eine Fuchsjagd. Damit gibt es wenig taktische Überlegungen anzustellen. Wir verteilen die freien Schweizer Autos rund um den Ort, um auch für unerwartete Windrichtungen vorbereitet zu sein. Die Landekoordinaten des Fuchsballons können deshalb sehr schnell an die Ballone übermittelt werden. Unsere beiden Teams kommen gut über das Ziel, wenn auch etwas hoch. Trotzdem sieht es so aus, dass die Ablagen im Bereich von wenigen Metern gut herauskommen.

Das Highlight ist aber die Rangliste nach 21 Aufgaben inkl. heute Abend:

1. Stefan Zeberli: 17’653 Punkte
2. Sergey Latypov: 15’880
3. Ivan Ayala: 15’469
5. Roman Hugi: 15’177
7. David Hochreutener: 14’998
11. Marc Blaser: 14’521
14. Nicole/Sam: 13’719
42. Gian-Marco/Corinne: 11’843
46. René Erni: 11’107

Freude herrscht! (grosse)

Provisorische Resultate 1-16

Nun sind die provisorischen Resultate von gestern Abend publiziert. Das Gesamtklassement sind im Moment sehr gut aus:

1. Stefan Zeberli: 13’998
2. Sergey Latypov: 12’362
3. Rokas Kostiuskevicius: 11’767
10. Marc Blaser: 11’158
13. Roman Hugi: 10’907
14. David Hochreutener: 10’858
30. Nicole/Sam: 9’519
34. René Erni: 9’284
49. Gian-Marco/Corinne: 8’203

Und noch ein Nachtrag zum Elbow von gestern Morgen: die Resultate wurden so angepasst, dass auf nur noch eine Kommastelle gerundet wurde. Das gibt die seltene Situation, dass 17 Teams einen Tausender erzielten, darunter auch Nicole/Sam und Gian-Marco/Corinne. Dieses Bild werden wir wohl lange nicht mehr sehen:

Geduldsspiel am Morgen

Langsam macht sich ein Hochdruckeinfluss bemerkbar. Die Winde sind gegenüber den Vortagen deutlich schwächer und auch die Richtungsänderungen machen wenig Freude. Es sind wieder 4 Aufgaben gestellt: MDD, HWZ und 2 FON. Wir entscheiden uns für einen Startplatz, der gerade knapp ausserhalb der Minimaldistanz liegt und geben alles, um so rasch als möglich in die Luft zu kommen. Dabei gerät der Knöchel des Crownliners Jürg etwas in Mitleidenschaft. Es sieht aber nicht dramatisch aus. Auf dem ersten Ziel häufen sich schon bald die Marker. Nicole und Sam werden kurz vor dem Kreuz noch von 2 anderen Ballonen weggeschubst, sodass die Platzierung der beiden Marker nicht optimal gelingt. Gian-Marco und Corinne kommen etwas weiter hinten, erreichen ebenfalls mit viel Kampf in die MMA und markern gut.

Auf dem HWZ drehen die Winde in kurzen Zeitabständen, vorerst „nur“ in einem Sektor von etwa 60 Grad, später praktisch auf dem ganzen Vollkreis. Nicole/Sam kommen recht gut auf das Ziel, Gian-Marco/Corinne haben eine Viertelstunde später keine Chance mehr, sodass sie das nächste Ziel in der neuen Fahrtrichtung anvisieren müssen. Dort entscheiden sie sich mit an sich gutem Kurs 70m vor dem Zielkreuz, die Übung abzubrechen, um die letzten 20 Minuten der Wertungsperiode noch für die beiden FON zur Verfügung zu haben. Mit viel Mut deklarieren sie beide Ziele gleichzeitig und erzielen danach 6 und 3 Minuten vor Ende der Wertungsperiode gute Resultate. Auch Nicole und Sam gelingen die letzten beiden Ziele – mit etwas mehr Zeitreserve – gut.

Stressige Abendfahrt und ein weiterer Tausender

Das Briefing beginnt um 18:00, die Verkehrssituation ist aufgrund der vielen Zuschauer angespannt, sodass auf dem Weg zu einem möglichen Startplatz grosse Distanzen gefahren werden müssen. Deshalb fragt es sich, warum die Startperiode bereits um 18:30 beginnt. Wohl nur als Konzession an die lokalen Organisatoren. Der Hinweis des Safety Officers, man solle vorsichtig und langsam fahren, wird mehrheitlich mit einem Lächeln quittiert.

So dreschen wir also (vorsichtig) hinaus und suchen die vorhergesagten Windrichtungen und dazu passende Startplätze. Das Ganze entwickelt sich zu einem Nervenspiel, die Zeit wird langsam knapp. Nach drei Anläufen passt das Ganze einigermassen zusammen, allerdings wollen auf dem taschentuchgrossen Feld etwa doppelt so viele Teams starten, wie es Platz hat. Wir legen einen rekordverdächtigen Start hin und sind schliesslich alle zur Zeit in der Luft. Sowohl das FIN als auch das HWZ (Auswahl aus 4 Optionen) schaffen wir innerhalb der TMA und wie heute Morgen werden wir erst nach der Auswertung wissen, für wieviele Punkte das Ganze gut war. Das Qualitätsniveau ist auch dieses Jahr derart hoch, dass gut sein noch lange keinen Spitzenplatz bedeutet.

Eigentlich wollte ich nichts mehr zur bescheidenen Organisationsleistung der Franzosen schreiben. Die Episode an der Gastankstelle muss man sich aber trotzdem buchtstäblich auf der Zunge zergehen lassen.
So warten 80 Teams auf das Gastanken:

Und das macht die Gasequipe zur gleichen Zeit:

Zitat des Chefs dieser traurigen Mannschaft: „Das Gastanken ist für 21:00 geplant, also gibt es erst in 40 Minuten Gas. Bis dann machen wir Grillparty.“

Die Resultate von heute Morgen sind bis auf den 3D-Task vorliegend. Wir haben in den Bodenzielen enttäuschende Punktzahlen erzielt, dafür haben Nicole und Sam im Elbow einen weiteren Tausender mit 180.00 Grad geholt, Gian-Marco und Corinne mit 179.99 Grad 983 Punkte! Zur Frage der Leistungsdichte: 179.0 Grad gaben gerade noch 329 Punkte. Im provisorischen Zwischenklassement ohne Task 13 führt weiterhin Stefan Zeberli mit 550 Punkten Vorsprung, Marc Blaser ist 8., David Hochreutener 9., Roman Hugi 18., Nicole und Sam 34., René Erni 42. und Gian-Marco und Corinne 57.

Wind aus allen Richtungen

Die heutige Morgenfahrt besteht aus 4 Aufgaben ab CLA 1. Aufgrund der aufziehenden Bewölkung wird die maximale Fahrthöhe auf 5000ft festgelegt. Unser Startplatz liegt wieder ganz unten am Waldrand, wo es nur wenig Wind hat und der Start deshalb ziemlich problemlos vonstatten geht. Über die paar Regentropfen beim Start sehen wir hinweg. Spätestens seit der Frauen-WM in Polen wissen wir ja, dass unsere Ballone wasserdicht sind! Und dieses Mal waren es wirklich nur ein paar wenige.

Die erste Aufgabe ist ein JDG, das rund 2.5km vom CLA entfernt und mit den aktuellen Winden sehr schnell erreicht ist. Gut, dass wir mit unseren zusätzlichen Autos bereits frühzeitig Windmessteams positionieren konnten. Beide Ballone kommen gut in die MMA’s, der Anfang ist damit schon mal geglückt. Danach  folgt ein HWZ in etwa 2km Distanz. Auch hier kommen beide Teams trotz zunehmend variablen Wind gut in die MMA. Als nächtes ist eine 3D-Aufgabe gesetzt, ein sogenannter Donut. Der Mittelpunkt eines Rings mit innerem Radius 1km und äusserem Radius 2km ist durch die Piloten selbst zu bestimmen, als Resultat wird die innerhalb des Kreisrings gefahrene Strecke oberhalb 1000ft gewertet. Beiden Teams gelingt diese Aufgabe gut, sie können am einen Ende sogar durch bodennahe Korrekturen ein zweites Mal in das Wertungsgebiet einzufahren. Als abschliessende Aufgabe gilt es noch einen ELB zu fahren. Die Winde sind ideal kombinierbar, sodass Winkel um die 180 Grad resultieren.

2 HWZ am Abend und ein Tausender (vom Morgen)

Die heutigen Abendfahrt besteht aus 2 HWZ. Der Championship Director wollte nach der anspruchsvollen Morgenfahrt explizit die taktischen Schwierigkeiten tief halten. Trotzdem gestaltet sich die Wahl des ILP ziemlich tricky: in der idealen Richtung zum Ziel gibt es vor allem Reben und Wald. Wir haben zwar ausserhalb der Ballonkörbe hohe Sympathien für Reb-Produkte, wenn wir aber Startplätze suchen, sind uns abgemähte Felder lieber. Wir finden nach längerem Suchen letzlich eine gut abgeschirmte Wiese für unseren Start. Die Fahrt selber ist kurz: unseren Piloten gelingen beide Ziele gut bis sehr gut. Nach dem Abschluss feiern wir noch eine kurze Landeparty mit den aufgestellten Anwohnern des Landefeldes: très sympa!

Wir feiern insbesondere aber den ersten Tausender: Nicole und Sam haben im epischen Landrun heute früh mit ihren 182.84 km2 alle anderen hinter sich gelassen. Freude herrscht!

Im provisorischen Gesamtklassement nach 10 Wertungen sieht es wie folgt aus:
1. Stefan Zeberli 8587 Punkte
2. David Spildooren (BEL) 8562
3. Rokas Kostiuskevicius (LTU) 8286
7. Marc Blaser 7262
13. David Hochreutener 6863
29. Roman Hugi 6223
32. Nicole Vogel 6062
40. René Erni 5615
60. Gian-Marco Nacht 4532

Donnerstag Morgen: 4 Aufgaben

Heute Morgen fahren wir zuerst einen CRT ab einem individuellen Startplatz. Die MMA ist nur alle 15′ offen, danach jeweils nur der Stoff des Zielkreuzes. Die Bodenwinde sind recht zügig, die Zeitrechnung für die Anfahrt stimmt und so kommt kurz danach bereits die Fahrt Richtung HWZ. Es gibt zwar 4 Ziele zur Auswahl, effektiv ist aber nur das Ziel ganz im Westen erreichbar. Unsere Ballone sind beide in der MMA, das gilt aber auch für viele andere. Das anschliessende FON ist schnell erledigt, vermutlich mit recht guten Ablagen. Danach beginnt ein LRN, der nur durch das Ende der Wertungsperiode bestimmt ist. Die Taktik ist, zunächst tief Richtung Südwesten zu fahren, um danach hoch möglichst weit in den Norden zu kommen. Die erzielten Flächen gehören sicher zu unseren grössten je erzielten. Ob das auch zu einer guten Wertung reicht, werden wir ja sehen.

Die ersten Resultatindikationen von gestern Abend nehmen wir mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis. Das HWZ bringt beiden Teams knapp 800 Punkte, beim PDG schauen für Gian-Marco/Corinne rund 400 und für Nicole/Sam nur ca. 200 Punkte heraus.