Abendfahrt abgesagt

Nachdem es am Nachmittag kräftig geschüttet hat ist das Gewitterrisiko auch für den Abend noch viel zu gross. Die Fahrt wird bereits am Briefing abgesagt. Wir geniessen mit den Teams Zeberli und Hugi ein gemütliches Nachtessen im Hotel und kommen dann für einmal früh ins Bett. Wir hoffen auf eine letzte Fahrt morgen früh, auch wenn die Prognose nicht ermutigend ist.

Advertisements

Schwarze Flagge

Die Fahrt heute Morgen wird auf dem Startgelände abgesagt. Ein verständlicher Entscheid in Anbetracht des Gewitter-, Schauer- und Böenrisikos. Weniger verständlich ist die gestellte Einfach-Aufgabe (HWZ). Wenn man davon ausgeht, dass nur ein ultrakurzes Zeitfenster für eine Fahrt zur Verfügung steht, ist ein Start von 105 Ballonen nicht zu vertreten. Wenn man andrerseits zum Schluss kommt, dass das Wetter fahrbar ist, dann ist auch in Anbetracht der aktuellen Ranglistensituation eine Einfachaufgabe nicht sinnvoll, denn damit lässt sich auf den relevanten Positionen kaum mehr etwas verändern.

Mittwoch Abend: 2 Tasks ab CLA

Die Aufgabenstellung heute Abend ist verhältnismässig einfach: ein HWZ mit 4 Zielen und ein FON auf 2500ft, dessen Auswahl auf die offiziellen Ziele beschränkt ist. Auch die Winde auf dem allgemeinen Startplatz sind relativ ruhig, erst hinter dem Wald wird die Sache ziemlich wechselhaft. Das ursprünglich avisierte linke Ziel muss schnell vergessen werden, aber das nächste Kreuz ist nur erreichbar, wenn man hoch nach rechts korrigiert. So wird der Abstieg zur Gefühlssache, das gelingt Stefan und Marc sehr gut, 4 der anderen Schweizer fahren alle rechts an der MMA vorbei. Gian-Marco/Corinne versuchen es tief, was sie aber leider genau in der Mitte der beiden Ziele hindurchfährt. Das anschliessende FON gelingt Nicole/Sam mit rund 50m gut, Gian-Marco/Corinne haben etwas mehr als 100m.

Nach der ersten dieser beiden Abendfahrten hat Stefan Zeberli seine Führung auf ca. 950 Punkte ausbauen können, für die Rangierung der übrigen Schweizer muss erst die ganze Auswertung abgewartet werden.

Mittwoch Morgen: 4 Aufgaben

Auch heute Morgen sind wieder 2 der 4 Aufgaben mit Zeitfenster gestellt. Geschickter als gestern ist diese Entscheidung sicher nicht. Zunächst ist ein Gordon Bennett Memorial zu fahren, danach ein CRT auf dem CLA, dann ein JDG mit zwei zu abwechselnden Viertelstunden offenen Zielen und noch ein HWZ. Wie meist sind die Aufgaben in freier Reihenfolge absolvierbar. Wir finden einen ruhigen Weg an einem Waldrand, wo wir Schweizer fast unter uns sind. Die Wahl des Startsorts kann nicht so schlecht gewesen sein, denn alle Schweizer mit Ausnahme von Nicole/Sam erzielen hier Punktezahlen über 500. Das nachfolgende GBM sieht ebenfalls ganz gut aus, nur Marc Blaser hat hier ein No Result, alle anderen Schweizer holen 600 oder mehr Punkte. Die anderen beiden Aufgaben sind noch nicht ausgewertet. Beim CRT erwarten wir für Nicole/Sam ein sehr gutes Resultat, beim JDG dürften viele Ballone die beiden zur Verfügung stehenden Ziele verpasst haben (zeitlich und/oder örtlich. Die Schweizer Teams versuchen zwar noch, mit dem Höhenwind nochmals zurück zu kommen, schliesslich scheitern aber alle bei diesem Versuch.

Auch nach gestern Abend sieht die provisorische Rangliste gut aus:

1. Stefan Zeberli (SUI): 14’670 Punkte
2. Sergey Latypov (RUS): 14’301
3. Dominic Bareford (GBR): 14’043

4. Roman Hugi (SUI): 13’895
5. David Hochreutener (SUI): 13’743
22. Marc Blaser (SUI): 11’968
62. Gian-Marco Nacht (SUI): 9’287
65. René Erni (SUI): 9’085
82. Nicole Vogel (SUI): 8’468

Und nach den 2 bereits ausgewerteten Aufgaben von heute hat Stefan Zeberli seine Führung wohl auf etwa 650 Punkte ausbauen können.

Start mit Landowner Permission!

Man glaubt es kaum: wir finden einen Bauern auf dem Feld, der uns problemlos die Starterlaubnis gibt und plötzlich haben wir ganz viel Platz für den Take Off. Im Nachhinein erweist sich das aber als das Einfachste dieses Abends. Danach folgt ein Kampf um die Richtungen in den wie üblich ständig ändernden Winden vor dem Sonnenuntergang. Die einen kämpfen nach links, schaffen es nicht und fahren rechts am Ziel vorbei, die anderen tun das Selbe und fahren am Schluss links vorbei. Viele sehen die beiden Kreuze (HWZ mit 4 Zielen und ein FIN auf den CLP) jedenfalls nicht von ganz nahe und so gibt es in der ersten Resultatliste mehr Teams die auf “Waiting” stehen als solche mit einer Wertung. Das Gedränge bei der Landung ist dafür umso grösser und wir sind wieder einmal froh, dass wir gut organisiert sind, schnell zusammengepackt haben und vor dem grossen Run an der langsamen Gastankstelle schon durch sind.

Die provisorische Rangliste nach der Morgenfahrt sieht aus Schweizer Sicht weiterhin gut aus:

1. Stefan Zeberli (SUI): 13’385 Punkte
2. Dominic Bareford (GBR): 13’215
3. Sergey Latypov (RUS): 12’609

4. Roman Hugi (SUI): 12’420
7. David Hochreutener (SUI): 11’996
31. Marc Blaser (SUI): 10’064
59. René Erni (SUI): 8’388
69. Gian-Marco Nacht (SUI): 7’741
75. Nicole Vogel (SUI): 7’518

 

Dienstag Morgen: Präzision ist gefragt

Die heute Morgen gestellten Aufgaben verlangen sowohl örtliche als auch zeitliche Präzision: ein FIN auf zwei zu unterschiedlichen Zeiten offene Ziele, danach ein CRT, ein JDG, ein HWZ mit einer Zweierauswahl und ein abschließender 3DT in Form eines Donut. Man kann sich dabei fragen, ob es aus Sicherheits- und Fairnessüberlegungen sinnvoll ist, gleich zweimal hintereinander 105 Ballone innerhalb von 15‘ auf ein Zielkreuz zu fokussieren. Jedenfalls gibt es heute früh ausserordentlich viele Behinderungen, Kollisionen und Ground Contacts.

Wir starten mitten in ein paar grossen Scheiterbeigen. Abgemähte Felder wären zwar im Überfluss vorhanden, der Start darauf darf aber nur mit einer Landowner Permission erfolgen und bei den überaus grossen Dimensionen der Landwirtschaftsgüter ist dieser unmöglich herauszufinden. Beide Teams machen einen guten Job, kommen mehr oder weniger überall in die MMA’s, aber gut reicht an dieser WM noch lange nicht für viele Punkte. Die ersten Auswertungen zeigen, dass meist etwa 20 Piloten innerhalb von 1m liegen, bei Gravity Drop wohlverstanden. Eine höchst eindrückliche Leistungsdichte.

Nach dem gestrigen Abend führt Stefan Zeberli weiterhin die Rangliste an, unsere beiden Teams haben ihre Positionen nicht wesentlich verändert.

Abendliche Kurzarbeit

Satte Böen ziehen über den Startplatz und manch einer fragt sich, ob das gut kommt. Aber es kommt gut und kurz vor 19:00 geht unter dem Applaus der zahlreichen Zuschauer die grüne Flagge hoch. Wir fahren ein HWZ mit 2 Auswahl-Zielen und ein FON mit der limitierten Auswahl von 3 Bodenkreuzen. Rund 20’ nach dem Start sind unsere Ballone schon wieder am Boden, je mit einer guten und einer mittelmässigen Wertung.

Die Rangliste nach den Aufgaben von heute früh sieht wie folgt aus:

1. Stefan Zeberli (SUI): 8’511 Punkte
2. Nicolas Schwartz (FRA): 8’046
3. Nicola Scaife (AUS): 7’841

8. Roman Hugi (SUI): 7’253
13. David Hochreutener (SUI): 7’061
29. Marc Blaser (SUI): 6’267
69. Gian-Marco Nacht (SUI): 4’711
74. Nicole Vogel (SUI): 4’422
76. René Erni (SUI): 4’349

Pizzaparty vor dem Frühstück

Noch ziemlich verschlafen würgen wir im Catering-Zelt ein Brötchen von gestern hinein, getränkt durch einen dünnen Kaffee. Dann kommt das 4-Gang Menu des heutigen Morgens: MDD (Pizza), HWZ (2 Ziele), HWZ (3 Ziele), FON. Die Fahrzeugdichte auf dem kleinen Feldweg bei unserem Startplatz ist erheblich. Die Wettkampfleitung hat gestern extrem konsequent Warnings und im Wiederholungsfall Penalties für das Befahren von Feldern ohne Bewilligung des Landbesitzers verteilt. Somit getraut sich kaum jemand mehr, auch nur ein paar Meter neben den Weg zu fahren. Unsere Ballone kommen vor dem Pulk aus den Startlöchern, für die Fahrzeuge dauert es etwas länger.  Nicole/Sam haben heute eine Premiere: zum ersten Mal überhaupt schaffen sie es, beide Marker in die richtigen Pizzasegmente zu setzen! Auch Gian-Marco/Corinne erzielen ein Resultat, ob es dann für unsere beiden Teams auch zu einer guten Punktzahl reicht, muss sich in Anbetracht der Markerhaufen auf dem Kreuz erst noch weisen. Littering auf offenem Feld!

 

 

 

 

Auf dem anschliessenden HWZ kommen beide in die MMA, das zweite HWZ geht aber dann wie für alle Ballone der ersten Welle in die Hosen. Das abschliessende FON gelingt Gian-Marco/Corinne mit rund 20m gut, Nicole/Sam erreichen mit ca. 80m eine noch schwierig einzuschätzende Wertung. Dafür sind sie anschliessend schnell am Boden und wir sind als erste beim Gastanken, was auch nicht zu unterschätzen ist. Gestern haben die letzten Teams mehr als 3 Stunden bis zum Auftanken warten müssen!

Die Resultate nach den gestrigen Fahrten sind jetzt offiziell und im ENB ersichtlich:

1. Stefan Zeberli (SUI): 5’746 Punkte
2. Rokas Kostiuskevicius (LTU): 5’615
3. Sergej Latypov (RUS): 5’162

5. Marc Blaser (SUI): 4’889
10. David Hochreutener (SUI): 4’517
15. Roman Hugi (SUI): 4’266
51. Gian-Marco Nacht (SUI): 3’372
56. René Erni (SUI): 3’151
76. Nicole Vogel (SUI): 2’636

Viel Verkehr am Sonntag Abend

Die Fahrt vom Sonntag Abend besteht aus einer einzigen Aufgabe: ein HWZ mit 5 Zielen zur Auswahl und einem wechselnden viertelstündigen Zeitfenster zum Markern in die MMA resp. ausschliesslich auf das Zielkreuz. Die Winde sind abendlich: schwach und wechselhaft, beeinflusst durch eine konvektive Bewölkung. Die Zeitberechnung vor dem Start erweist sich bald als Makulatur, denn kurz nach dem Start schwächen die Winde weiter ab. Gian-Marco und Corinne schaffen es gerade noch ein paar Sekunden vor Ende des Zeitfenster in die MMA, Nicole und Sam turnen eine gute halbe Stunde in nächster Nähe des Ziels herum und schaffen es schliesslich doch nicht. Stefan Zeberli gelingt das Kunststück: er markert in der restriktiven Zeitperiode mitten auf das Kreuz. Erwähnenswert ist ausserdem das Verkehrschaos rund um das von allen Piloten gewählte Ziel. Mehr oder weniger eine Stunde lang geht dort gar nichts, die Fahrzeuge stehen Blech an Blech. Wir haben eine gute Entscheidung getroffen und parken unser Auto in sicherer Distanz ausserhalb des Durcheinanders.

Sonntag Morgen: Auftakt mit 5 Tasks

DIe Meisterschaft beginnt mit 5 Aufgaben: Start ab individuellem Startort auf ein FIN, 2 HWZ (mit einer Auswahl von 5 Zielen, von denen je Aufgabe eines angefahren werden muss), ein PDG (mindestens 30’ vorher zu deklarieren) und ein LRN von max. 30’. Wir starten früh, was grundsätzlich positiv ist. Die Winde werden im Laufe des Morgens immer schwächer und so werden die Zielanfahrten mehr und mehr zum Geduldspiel. Längeres Korrigieren kostet wertvolle Zeit und zuletzt geht uns trotz frühem Start doch noch fast die Zeit (und das Gas) aus.

Wir meistern die ersten Ziele anständig, aber im Vergleich zur hochkarätigen Konkurrenz eben doch bescheiden:

T1 – FIN: 14.66m GM/C (410 Pte.), 65.85m N/S (133 Pte.)

T2 – HWZ: 8.65m N/S (486 PTE.), 25.10 GM/C (190 Pte.)

T3 – HWZ: 25.56m für Nicole/Sam (675 Pte.), Gian-Marco/Corinne ausserhalb MMA

Das PDG und der LRN sind so kurz nach der Fahrt natürlich noch nicht ausgewertet. Alle Resultate können jederzeit auf dem Electronic Notice Board nachgeschaut werden.

Fun and Competition