Horb 2017: Sonntag Morgen

Die Fahrt von gestern Abend hat sich erwartungsgemäss negativ auf unsere Bilanz ausgewirkt: im Zwischenklassement liegen Gian-Marco und Corinne auf Rang 8, Sam und Walti auf Rang 11.

So versuchen wir unser Glück in der abschliessenden Morgenfahrt vom Sonntag: 4 Aufgaben, wie üblich von einem ILP. Die Winde sind in den tiefen Schichten schwach und deshalb beträgt der Abstand zwischen dem Startplatz und den 3 Zielen des Hesitation Waltz nur gerade 250m. Wir geben uns etwas mehr Distanz und fahren dann über 2 der 3 Ziele. Beim ersten setzen wir zur Sicherheit den Loggermarker und lassen den Marker mit Gravity Drop beim 2. Ziel raus. Brilliant wird das nicht sein, aber mit ca. 17 m sind wir immerhin in der MMA.

Anschliessend steigen wir zügig in die Höhe, um auf ca. 6000ft den ersten Schenkel für einen Ellbow zu setzen. Als wir gerade am ausnivellieren sind, schiesst Jan Oudenampsen, ein holländischer Pilot, wie eine gesengte Sau an uns vorbei nach unten: man könnte natürlich Sprüche machen über den Flachländer, der so schnell wie möglich in vertraute Höhenlagen absteigen will aber letztlich ist diese Art ballonzufahren schlicht verantwortungslos und gefährlich. Dass sowohl er als auch wir je 50 Strafpunkte für seine Kamikaze-Einlage bekommen, ist ein Witz! Der Ellbow kommt mit 137 Grad ganz gut heraus

Beim Minimum Distance gelingt es uns nur bedingt, uns irgendwo zu verstecken. So erreichen wir bescheidene 944m: zu wenig, um nach vorne zu kommen. Abschliessend fahren wir noch ein Fly On, bei dem wir 26m erzielen.

Im Gesamtklassement liegen Samuel/Walti schliesslich auf Rang 10, Gian-Marco/Corinne auf Rang 13. Gewonnen wurde die Meiserschaft von Stefan Zeberli vor Roman Hugi. Rene Erni liegt auf Platz 5 und Stefan Trindler auf Rang 28.

Wir haben die kurze Zeit im Neckartal sehr genossen. Es war ein gemütliches Meeting in einer interessanten Gegend mit ausgesprochen freundlichen und begeisterten Leuten, Es hat uns trotz der Abwesenheit von Nicole wieder einige wertvolle Verbesserungsideen gebracht hat.

Horb 2017: Samstag Abend

Wieder gibt es einen Start ab ILP, diesmal zu einer 3-fach Aufgabe. Nach einem bockigen Start versuchen wir ein Fly In in einer Höhe von 1700 Fuss zu erreichen. So einfach ist das nicht, die Winde haben seit der letzten Messung erneut gedreht. Wir korrigieren in der Höhe gut nach links, steigen dann aber eine Nuance zu früh ab und fahren ca. 200m am Ziel vorbei. Anschliessend verfolgen wir den Fuchs, der eine gefühlte Ewigkeit über einen grossen Wald fährt. Auch dort verschätzen wir uns beim Abstieg etwas und sind auch hier etwa 200m daneben. Die letzte Aufgabe, eine 3D-Torte gelingt nicht schlecht, eine Einschätzung kann aber im Moment natürlich noch nicht gemacht werden. Die Landung wenige Minuten vor Sunset zwischen vielen Obstbäumen, vor einem Maisfeld und einem grossen Wald gelingt auch dank der Unterstützung der Bodencrew hofrätlich, obwohl 50m über Grund der Wind noch mit 15 km/h geblasen hat.

Horb 2017: Erste provisorische Resultate

Die Resultate sind in einer provisorischen Version publiziert. Wir sind damit zufrieden, natürlich gäbe es immer noch Verbesserungspotenzial. Erwartungsgemäss gab es beim Gordon Bennett Memorial für alle ein No Result und damit 500 Punkte. Andrerseits ist der Land Run schwierig zu bewerten, da die Bedingungen (unter Einhaltung der VFR) nicht für alle gleich waren.

Unsere Ergebnisse:

Resultat Punkte
 1 FIN Gian-Marco/Corinne 41.35m 920
Samuel/Walti 14.10m 983
2 JDG Gian-Marco/Corinne  599m 852
Samuel/Walti  837m 734
3 GBM Gian-Marco/Corinne No Result 500
Samuel/Walti No Result 500
4  FON Gian-Marco/Corinne  50m 718
Samuel/Walti  31m 837
5 LRN Gian-Marco/Corinne  1.11 km2 143
Samuel/Walti 3.43 km2 579

In der Zwischenrangliste sieht das Bild folgendermassen aus:
1. Stefan Zeberli (SUI): 4322 Punkte
2. Jan Oudenampsen (NED): 3778
3. Roy Gommer (NED): 3733
4. Guillaume Joauaville (FRA): 3652
5. Samuel Juon (SUI): 3633
6. Gian-Marco Nacht (SUI): 3133
8. Roman Hugi (SUI): 2946
12. René Erni (SUI): 2650
25. Stefan Trindler (SUI): 1582

Wir meinen, das sei für den Anfang ganz o.k.!

Horb 2017: Morgenfahrt Samstag

Der Schreiberling glänzt heute früh durch Verschlafen, die Crew ist mit einem Ü60 aber gnädig. Das Wetter ist nach letzten kleinen Regenschauern in der Nacht ganz o.k., die Winde wehen aus Südost und sind deutlich schwächer als am Abend. Die heutige Fünffachaufgabe beginnt auf einem individuellen Startplatz. Zuerst steht ein Fly In auf dem Programm, wir erreichen das Ziel mit 14m ganz gut. Auf die nachfolgenden Judge Declared Goal (ca. 1km) und Gordon Bennett Memorial (weit daneben) haben wir keine Chance. Dann folgt ein Fly On, das wir zweimal deklarieren und mit ca. 30m gut erwischen. Der abschliessende Land Run ist ein Bewölkungsroulette, die Wolkenbasis ist überall auf einer anderen Höhe und ändert sich auch lokal laufend. So machen wir, was gerade drinliegt und sind mit der Richtungsänderung von 50-60 Grad recht zufrieden, auch wenn die Geschwindigkeiten vermutlich langsamer sind als bei anderen Teams.

3. Horber Neckar-Balloncup

Über das Wochenende vom 14. bis 16.7.2017 findet in Horb am Neckar ein Ballonwettbewerb statt, den wir wie diverse andere Teams als Trainingswettkampf vor der Europameisterschaft im August nutzen. Insgesamt sind 28 Crews angereist, zum grossen Teil bekannte Gesichter. Die Anreise am Freitag-Mittag findet bei regelmässigen Schauern statt und dunkle Wolken verheissen auch für die nähere Zukunft nichts Gutes. Nach dem Briefing sieht der Himmel aber gut aus, einzig der böige Wind macht uns noch Sorgen.

Es sind zwei Aufgaben mit einem Start ab individuellem Startplatz gestellt. Der Wind beruhigt sich leider erwartungsgemäss nicht, die Böenspitzen sind mit 13 Knoten an der oberen Grenze. Kurz bevor wir uns ans Aufrüsten machen, kommt die Mitteilung, dass die Fahrt abgesagt ist.

So packen wir unsere Siebensachen wieder ein (über Nacht wird nochmals eine Kaltfront erwartet) und nutzen die Zeit für eine Instruktion von Lolo´s neuem Windmesssystem.

Wetterwechsel

Im Laufe des Donnerstag Nachmittags schläft die Bise langsam ein, der Meteorologe glaubt aber nicht so recht daran und so kommt es, dass das Ziel für die Teilnehmer der Ballonwoche komplett am falschen Ort liegt. Die Ziele der Nationalmannschaft werden besser gesetzt und trotzdem wird die Trainingsfahrt zu einer anspruchsvollen Suche nach den richtigen Winden.

Über Nacht hat das Windsystem definitiv gedreht. Die Fahrt vom Freitag Morgen ist deshalb bestimmt von Südwestwinden, die bis knapp über Grund rund 30 km/h betragen. Wir fahren 3 Wertungen und kommen bis kurz vor das Wauwilermoos, wo unsere beiden Teams stehend landen. Weiterhin geniessen wir die traumhafte Gegend und das tolle, frühlingshafte Wetter.

Emmentaler Ballonwoche 2017

Wie schon vor 2 Jahren nehmen wir mit der Nationalmannschaft an der Emmentaler Ballonwoche teil. Das gibt uns einen guten Einstieg in die Vorbereitungen zur Europameisterschaft vom August im französischen Brissac.

Hier im Emmental sind wir uns aus den letzten Jahren eigentlich nur an schwierige Wetterbedingungen gewohnt, Dieses Jahr haben wir aber prächtige Verhältnisse. Bei kühlen Morgentemperaturen und sehr frühlingshaften Nachmittagsverhältnissen geniessen wir am Boden wie in der Luft die fast wolkenlosen Verhältnisse.

Fazit

Für die Schweiz war die WM in jeder Beziehung ein Erfolg. Wir haben zwar nicht den allerhöchsten Punkteschnitt aller Nationen, mit dem Bronzemedaillengewinner Stefan Zeberli und dem fünften Roman Hugi aber zwei Top-Resultate erreicht. Wir waren durch das Coaching-Team Leon Andre und Werner Beyeler bestens betreut und die Zusammenarbeit untereinander war so gut, dass wir darüber von vielen anderen Nationen beneidet werden.

Aus Sicht des MM-Ballonteams stellt sich der Rückblick wie folgt dar:

  • wir waren materiell gut vorbereitet. Der Entscheid, eigene Hülle und Bottom End nach Japan zu transportieren war sicher richtig. Mit dem hier dazu gemieteten Material sind wir gut zurecht gekommen. Einzig mit den Funkgeräten hatten wir Schwierigkeiten. Herzlichen Dank ans Vollgas-Team, das uns aus der Patsche geholfen hat.
  • organisatorisch hat alles gut geklappt, auch dank der hervorragenden lokalen Unterstützung durch die Organisatoren.
  • bei der Teamaufteilung müssen wir uns für einen nächsten Event überlegen, ob wir nicht wieder mit 6 Teammitgliedern arbeiten wollen, selbst wenn noch ein Observer dazu kommt.
  • resultatmässig dürfen wir nach unserer ersten WM mit dem 55. Schlussrang sicher zufrieden sein. In Anbetracht der extrem hohen Leistungsdichte ist dies ein sehr guter Erfolg. Insbesondere hatten wir gegen Ende auch keinen Leistungsabfall wie noch an der letztjährigen EM. Auf der Lernkurve sind wir einen schönen Schritt weiter nach oben gekommen.
  • die gestellten Aufgaben sind uns sicher nicht unbedingt entgegengekommen. Es ging um das Anfahren von hintereinander gereihten Bodenzielen. Taktische Entscheidungen  waren praktisch nicht gefragt, selbst das einzige Minimum Distance war letzlich auch wieder ein Hesitation Waltz. Aus der grossen Palette von möglichen Tasks kam leider nur eine sehr begrenzte Auswahl zum Einsatz.

Die WM in Japan war hervorragend organisiert und sportlich auf höchstem Niveau. Wir behalten grossartige Erinnerungen, unvergesslich bleiben die „Yatah-Yatah-Yatah“-Anfeuerungsrufe der riesigen Zuschauermenge im Stadion am Kase-River: Gänsehaut-Feeling pur!

Fun and Competition