Wenig Stress am Abend

Die Morgenfahrt hinterlässt resultatmässig gemischte Gefühle. Plus/Minus 2000 Punkte haben herausgeschaut, zu wenig um in der Rangliste aufzuholen. So liegen wir weiterhin auf Platz 16 (Nicole/Sam mit 5162 Punkten) und Platz 24 (Gian-Marco/Corinne mit 4032 Punkten).

Heute Abend ist lediglich eine Einfachaufgabe gestellt: ein Hesitation Waltz ab dem allgemeinen Startplatz. Die Winde sind zur Briefing-Zeit noch recht bockig, sodass wir uns lange gedulden müssen, bis wir in die Luft kommen. Da die Winde auf der ausnutzbaren Höhe recht zügig sind, ist die Aufgabe nach rund 15 Minuten bereits erledigt. 23.90m schauen für Gian-Marco/Corinne (etwa 500 Punkte) heraus, während Nicole/Sam leider etwas ausserhalb der MMA vorbeifahren.

Ein eindrückliches Ballonglühen, gekonnt wie immer orchestriert von Ben Bläss, setzt einen versöhnlichen Abschluss unter einen schwierigen Tag.

Windsuche

Die Aufgabenstellung heute Morgen hätte interessant sein können, aber letztlich erwies sie sich als zuviel des Guten: Fly In, 2 Aufgaben auf insgesamt 3 HWZ und eine Fuchsjagd ab einem der HWZ-Ziele, Startplatz individuell wie gewohnt. Nach der ersten Messung der schnell ausfliessenden Winde kommen wir zum Schluss, dass wir uns beim Aufstellen nicht beeilen müssen, damit wir nicht zu früh beim Fuchs sind. Wir entscheiden uns für einen Startplatz etwas südöstlich des ersten Ziels, von dem aus alle unsere Ballone schön aufs Kreuz fahren.

Noch 300m vor dem Ziel flattern die Fahnen munter im Wind, 200m danach herrscht bereits Flaute. Die Bewegung Richtung Fly In hat eher Schnecken-Charakter. Und so gestaltet sich der Verlauf des Morgens als eine frustrierende Übung, bei der wohl bei jedem der Ziele ein paar Teams hereinkommen, insgesamt aber die meisten die Zielkreuze nur aus grosser bis sehr grosser Distanz sehen. Die Resultate haben deshalb vermutlich eher Lotteriecharakter haben. Für uns dürfte es jedenfalls schwierig sein, den Rückfall auf die Plätze 15 und 23 von gestern Abend kompensieren zu können.

Startplatzsuche

Mit der Ausbeute der Morgenfahrt sind wir zufrieden: beim Landrun hat ein 1000er für Nicole/Sam und der 3. Rang für Gian-Marco/Corinne herausgeschaut. Trotz einem miesen Fly On liegen wir in der Zwischenwertung nach den ersten 4 Aufgaben auf den Rängen 8 und 15.

Am Abend warten 2 Tasks auf uns: ein Fly In auf das Haup-Startfeld und ein Hesitation Waltz. Wir kurven in der Gegend herum und suchen eines der wenigen abgemähten Felder, bei denen die Windrichtung stimmen würde. Das erweist sich als eine ziemliche Sisyphus-Aufgabe. Immer wenn es einigermassen vernünftig aussieht, dreht der Wind wieder in die andere Richtung. Am Schluss geht uns langsam die Zeit aus und wir entscheiden uns, unsere Ballone auf zwei kleinen Strässchen aufzustellen. Dann kommt es, wie es kommen muss: die Winde drehen jetzt in die andere Richtung und wir fahren ausserhalb der MMA über das erste Ziel. Beim zweiten Ziel passt alles, bis 200m vor dem Kreuz der Wind abstellt und halt auch hier die MMA in unangenehme Ferne rückt. So wird wohl aus diesem Abend wenig Zählbares herausschauen. Wir haken es ab, morgen kommt eine neue Chance.

Los geht’s

Wir haben zum Start Wetterglück: im Mittelland liegt noch dichter Nebel, rund um Willisau ist aber alles offen. Bei Temperaturen um 5°C sind wir froh, dass wir mindestens beim Aufstellen etwas Bewegung bekommen. Wir finden einen vernünftigen Startplatz, der von den Windrichtungen her gut passt, auch wenn die Distanz zum Fly In-Ziel etwas weit genug ist. Bei den schwachen Winden ist es deshalb ein ziemliches Geduldspiel, bis unsere Ballone beim Ziel ankommen. Aber dort kommen sie hin: Nicole/Sam: 12cm, Gian-Marco/Corinne: 4.05m. Beim anschließenden Hesitation Waltz erzielen Nicole/Sam 6.64m, auf das (schlechtere) Resultat von Gian-Marco/Corinne warten wir noch. Beim darauffolgenden Landrun haben wir dank einer Windsondenmessung gute Informationen zur Verfügung, dafür steigen aber der Reihe nach ein Logger, ein Flytec und ein PC aus. Mal sehen, was daraus geworden ist. Und schliesslich gibt es noch ein Fly On, bei dem uns wegen dem langwierigen Kampf um den Wind in der ersten Aufgabe etwas die Zeit fehlt.

Schweizer Meisterschaften 2019 in Willisau

Noch funktioniert das Wetter nach dem Motto „wenn’s obe schifft und unde seicht“ und ausserdem ist es saukault. Die Prognosen stimmen uns aber zuversichtlich, ab morgen Donnerstag wird es aber nur noch besser und auf das Wochenende hin soll es sogar sommerlich warm und sonnig werden.

Morgen früh geht es los mit den Schweizer Meisterschaften in Willisau, 29 Teams aus 10 Ländern nehmen teil. Wir freuen uns, dass wir nach einem ballonmässig eher mittelmässigen Winter wieder mal richtig in die Luft kommen.

Alle Informationen zur Meisterschaft sind auf der offiziellen Homepage zu finden: Homepage SMHL 2019